Trump treibt die Ölpreise mal wieder mit Strafzöllen an
von Klaus Bergmann

Internationaler Markt
Mit der Figur des Donald Trump wird die Verbindung von Öl und Geopolitik in besonderer Weise dargestellt. Er strahlt eine selten beobachtete Präsenz aus und dominiert mit seiner Art der Kommunikation das Tagesgeschehen an den Ölbörsen. Dabei hält er die Marktteilnehmer mit dem von ihm gepflegten Nimbus des Unberechenbaren hellwach. Trump bewegt die Ölpreise mit bisweilen großen Ausschlägen. Preisexplosionen und Crashs gehören aber nicht zu seinem Repertoire. Im Gegenteil, unter seinem Einfluss wurden die Preisextreme geringer. Der längerfristige Abwärtstrend geht allerdings nicht auf sein Konto. Er begann bereits 2022 mit dem Ende des Preisanstiegs aufgrund des russischen Überfalls auf die Ukraine.
Aktuell kreist die trumpsche Aura über dem Iran. Das dortige Regime wird mit unbekanntem Ziel unter Druck gesetzt. Dabei wird wahlweise über ein militärisches Eingreifen oder über Sanktionen schwadroniert. Der Magier hat gestern angekündigt, im Namen der USA ab sofort einen Strafzoll von 25 Prozent auf Importe aus Ländern zu erheben, die Handel mit dem Iran treiben. Die Maßnahme soll umgehend gelten. Konkrete Details zur Umsetzung nannte er jedoch nicht. China wird in diesem Fall besonders getroffen, da es den Großteil der iranischen Ölexporte abnimmt. Dieser Umstand wird neue Spannungen im Handelskonflikt auslösen und die Unsicherheit über die globale Ölnachfrage erhöhen. Parallel dazu berät die US-Regierung über weitere Schritte gegen Teheran. Ein militärisches Vorgehen gilt derzeit zwar noch als offen, ist aber angesichts möglicher regionaler Eskalationen eher unwahrscheinlich.
Der Markt reagiert mit moderaten Preissteigerungen, wohlwissend, dass das letzte Wort in der Sache noch lange nicht gesprochen ist und Trump die erneut heraufbeschworene Konfliktlage mit China nicht lange aushalten wird.
Das Betätigungsfeld Russland-Ukraine ist in den letzten Tage in den Schatten geraten. Es ist aber weiterhin virulent. Sowohl die USA als auch die EU glauben immer noch, dort etwas Bahnbrechendes mit Sanktionen richten zu können. Die USA können sich diese Ansicht immerhin leisten. Die EU kann es nicht. Sie ist die Hauptbetroffene der eigenen Maßnahmen, weigert sich aber beharrlich, dieser Realität ins Auge zu sehen. Dem Ölpreis wird von dieser Angelegenheit derzeit wenig Bewegung zuteil.
Die skizzierten Umstände stellen nur einen Teil des trumpschen Wirbels dar. Tatsächlich ist dieser weitaus umfänglicher. Dass die Ölpreise darauf gelassen reagieren, ist keineswegs nur in seiner Person begründet. Im Hintergrund steht die OPEC-Plus, die mit ihrer Förderpolitik mittlerweile zur üppigen Angebotslage beigetragen hat und vermutlich nach einer Pause weiter beitragen wird. Im Dezember hat die Allianz allerdings weniger Öl gefördert als geplant. Die Gesamtproduktion sank, obwohl eigentlich ein Anstieg vorgesehen war. Die Produktionsrückgänge in Venezuela und im Iran bremsten die Fördermengen deutlich. Dem standen höhere Mengen aus dem Irak und den Vereinigten Arabischen Emiraten gegenüber, mit denen das Defizit gering gehalten werden konnte. Auch dieser Umstand mag einen Teil zum aktuellen Preisanstieg beitragen.
An den Ölbörsen wird der Preisaufstieg heute Morgen deutlich sichtbarer fortgesetzt. Rohöl- und Gasölnotierungen sind davon gleichermaßen betroffen.
Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 60,57 Dollar
und das Barrel Brent zu 64,96 Dollar
gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 639,50 Dollar
. Der US-Dollar kostet aktuell 0,8566 Euro
. Damit kostet der Euro 1,1671 Dollar
. Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.
Nationaler Markt
Die Heizölpreise bewegen sich heute Morgen erneut sehr sparsam, wie der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Sie folgen damit den Vorgaben des internationalen Markts. Der lässt derzeit kaum eine erkenntnisgetriebene Prognose zu. So bleibt nur der Blick auf die verschiedenen Preischarts, um eine Idee vom weiteren Gang der Preise zu bekommen. Die ist für Heizölkäufer positiv, denn die Trendkanäle weisen in allen Zeitbereichen abwärts. Leider basiert die gesamte Information dahinter aber nur auf Vergangenheitsdaten. Die Zukunft muss sich keinesfalls daran halten.
Die Heizölnachfrage im Binnenmarkt nimmt angesichts der Preisentwicklung etwas ab. Die Hoffnung auf tiefere Preise bleibt hoch. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Käufe der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Befindlichkeit der Kunden entsprechend an. Das eine steht heute Morgen gerade noch auf hohem Niveau für die Kaufintensität, das andere auf einem starken Mehrheitswert für die Erwartung auf fallende Heizölpreise.
Unser Satz an alle unentschlossenen Kunden lautet: Wer Sicherheit möchte, kann zu diesen Preisen beherzt kaufen. Um von eventuell deutlich tieferen Preisen trotzdem profitieren zu können, sollte gegebenenfalls nicht vollgetankt werden.
Im Übrigen sind wir mehr denn je der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.
Heizölpreise-Chart vom 13. Januar 2026
